Solidaritätserklärung der Klimagerechtigkeitsbewegung mit dem Widerstand im Dannenröder Wald

Knapp 30 regionale und bundesweite Akteur:innen der Klimagerechtigkeitsbewegung solidarisieren sich in einem offenen Brief mit uns! Der offene Brief wurde vom bundesweiten Bündnis „Wald statt Asphalt“ initiiert, welches sich für den Erhalt des Dannenröder Waldes einsetzt. Angesichts der drohenden Räumung der Besetzung diesen September fordern die Unterzeichner:innen den unmittelbaren Stopp des Ausbaus der A49 und den Erhalt des Dannenröder Waldes. Lest hier, was sie zu sagen haben.

 

Solidaritätserklärung mit der Waldbesetzung im Dannenröder Wald

Ein Appell an die Verantwortlichen für den Ausbau der Autobahn A49

Wir, verschiedene Gruppen aus der Klimagerechtigkeitsbewegung, solidarisieren uns mit den Aktivist*innen im Dannenröder Wald, die sich für den Erhalt des Waldes einsetzen und fordern die verantwortlichen Entscheidungsträger*innen dazu auf, den Ausbau der Autobahn A49 aufzuhalten, um den Wald zu retten und und Wasser, Natur und Klima aktiv zu schützen. Wir fordern, dass die Klimakrise von allen entschlossen bekämpft wird und nicht diejenigen Menschen, die mit ihren Körpern für den Erhalt des Waldes und für Klimagerechtigkeit einstehen.

Der Dannenröder Wald in Hessen ist nicht nur ein Vorzeigewald für die nachhaltige Forstwirtschaft, er ist ein 300 Jahre alter gesunder Mischwald und versorgt eine halbe Millionen Menschen mit sauberem Trinkwasser. Seit über 40 Jahren gibt es Pläne für den Bau der Autobahn A49, die den Dannenröder Wald in zwei Hälften schneiden und im Ökosystem irreparable Schäden hinterlassen würde. Genauso lange wie es schon Pläne für die Autobahn A49 gibt, ist der Widerstand gegen dieses inzwischen zum Planungsdinosaurier gewordene Bauprojekt gewachsen.

Nun soll der Dannenröder Wald im Oktober 2020 unter der schwarz-grünen hessischen Landesregierung gerodet werden und dem Autobahnausbau weichen. Das Bauunternehmen „STRABAG Infrastrukturprojekt GmbH“ hat bereits am 01. September den Auftrag für den Ausbau der Autobahn A49 von der DEGES übernommen: mit einer Räumung des vielfältigen Widerstands und der Rodung des Waldes ist also in Kürze zu rechnen.

Besonders bestürzend ist, dass auch die sich selbst als Klimaschutz-Partei verstehenden Grünen für den Bau der Autobahn verantwortlich sind und die Zerstörung von Natur für ein Verkehrsprojekt der Vergangenheit scheinbar billigend in Kauf nehmen. Ab dem 01. Januar 2021 geht die Verantwortung für die geplante Autobahn A49 an die Bundesregierung über. Bis dahin muss die hessische Landesregierung alles dafür tun den Bau der Autobahn zu stoppen.

Wir appellieren an die STRABAG, an die schwarz-grüne Landesregierung Hessens, an Volker Bouffier als hessischen Ministerpräsidenten, an Tarek Al-Wazir als verantwortlichen hessischen Verkehrsminister, an den Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer, an den Bundestag sowie an die Bundesregierung:

Der Dannenröder Wald und jeder andere Wald muss in Zeiten von Hitzesommern und Dürrejahren erhalten bleiben – beschließen Sie einen Baustopp für den Ausbau der A49.

Trinkwasser muss geschützt werden und darf nicht durch Verkehrsprojekte gefährdet sein – lassen Sie nicht zu, dass eine halbe Million Haushalte um Trinkwasser bangen müssen.

Halten Sie Ihre Versprechen und setzen Sie Sich für eine sozial-gerechte Mobilitätswende ein – fördern Sie einen kostenfreien ÖPNV statt neue Autobahnen.

Spielen Sie angesichts der Klimakrise nicht mit unser aller Zukunft!

Mit dem Protest gegen den Autobahnausbau wird ein klares Zeichen für die sozial-ökologische Mobilitätswende gesetzt. Der gesellschaftliche Rückhalt für die Aktivist*innen in der Waldbesetzung und für die Bürger*innenintiativen, die friedlich, aber mutig und entschlossen Widerstand gegen die Zerstörung des Dannenröder Waldes und den Ausbau der A49 leisten, wächst immer weiter an. So gründete sich beispielsweise das Bündnis „Wald statt Asphalt“, in dem vielfältigste Gruppen vertreten sind. Es werden immer mehr Menschen, Gruppen und Organisationen, die sich ebenso dem Verkehrsprojekt entgegenstellen und so zeigen, dass sich die schwarz-grüne Landesregierung und Bundesregierung mit der gesamten Klimagerechtigkeitsbewegung anlegen, wenn sie zulassen, dass der Dannenröder Wald gerodet wird. Wir werden unsere Zukunft nicht verspielen lassen!

Dies ist ein gemeinsamer Appell von:

Aktionsbündnis Autokorrektur

Aktion Schlagloch

Aktiv gegen Speziesismus

Alle Dörfer Bleiben Rheinland

Am Boden Bleiben

Attac Deutschland

BUNDjugend

Bündnis Stadtklima

Bürgerinitiative „Keine A49“

Bürgerinitiative Saaletal

Campact

Danni Soli Gruppe Berlin

Danni Soli Gruppe Leipzig

Danni Soli Gruppe Marburg

Ende Gelände

Extinction Rebellion

Fridays for Future Deutschland

Gemeinsam gegen die Tierindustrie

Klimagruppe Marburg

KligK – Klimagerechtigkeit Kassel

KlimaWerkStadt Bremen

KoalaKollektiv

Kommune Niederkaufungen

Mahnwache Lützerath

Make Rojava Green Again

Parents for Future

Robin Wood

Sand im Getriebe

Students for Future Leipzig

Wald-Statt-Asphalt-Bündnis

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22 Responses to Solidaritätserklärung der Klimagerechtigkeitsbewegung mit dem Widerstand im Dannenröder Wald

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    auch bei uns soll die Biodiversität zerstört werden und einem Neubaugebiet weichen – dagegen kämpfen wir!

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    Gerne wollen/ können wir auch Euch unterstützen – alleine können wir nichts bewegen, gemeinsam sind wir stark.

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  14. Lübeck, den 11.10.2020
    An die Danni-Baumbesetzer und Umweltaktivisten,
    waldstattasphalt@riseup.net

    Wir von der Umweltgewerkschaft aus Lübeck möchten unsere Solidarität mit euch Baumbesetzern vom Danneröder Forst ausdrücken.
    Wir unterstützen euch mit der Forderung „kein weiterer Ausbau der A49“. Ein mehrere 100 Jahre alter Wald muss erhalten bleiben. Keine Gefährdung eines Trinkwasserreservoirs!

    Klar,die umliegenden Dörfer müssen vom Autoverkehr entlastet werden, aber dafür gibt es bessere Lösungen als eine Autobahn. Autobahnen ziehen den Verkehr nur noch an. Das haben wir hier im Norden mit dem Bau der A20 nach Rostock selbst erlebt. Früher brauchte man bis Rostock 2-4 Autostunden, so dass es sich lohnte entspannt mit der Bahn zu fahren. Jetzt werden mal eben Tagestrips mit dem SUV gemacht, denn man braucht nur noch 1,5 Stunden.
    Wir von der Umweltgewerkschaft fordern den öffentlichen Nah- und Fernverkehr attraktiver zu gestalten und den ÖPNV kostenlos anzubieten. Damit werden die Städte und Gemeinden wesentlich besser vom Autoverkehr entlastet.

    Der Fernverkehr muss von der Straße auf die Schiene verlagert werden und nicht umgekehrt. Verkehrsminister Scheuer hat zuletzt gerade mal 6 km Bahnstrecken, aber dafür über 50 km Autobahntrassen bauen lassen. Hier vor Lübeck wurde sogar mit EU-Mitteln eine Teststrecke für elektrisch betriebene Lastwagen eingerichtet. Das hört sich zunächst toll an, keine dreckige Dieselverbrennung mehr. Dahinter stecken aber nur die Autokonzerne, die weiter Autos und LKW produzieren wollen.

    Es zeigt sich immer wieder dass der Übergang zur Klimakatastrophe von der Regierung ignoriert wird. Als erstes kommt der Profit, dann wird der Erhalt von Arbeitsplätzen vorgeschoben und am Ende die Umwelt zerstört.
    Daher wünschen wir euch viel Kraft, HALTET DURCH und kämpft um jeden Baum.

    Schon Alexander von Humboldt hat im 18. Jahrhundert erkannt:

    Habt Ehrfurcht vor dem Baum
    Er ist ein einziges großes Wunder
    und euren Vorfahren war er heilig.
    Die Feindschaft gegen den Baum ist ein
    Zeichen der Minderwertigkeit eines Volkes*
    und von niederer Gesinnung des Einzelnen.

    *Anm.: Heute würden wir das Wort durch „Herrschende“ ersetzen.

    In diesem Sinne solidarische Grüße aus Lübeck

    Die Umweltgewerkschaft

  15. Peter Müller says:

    Umweltschützerisch d‘accord! Volle 100 pro!
    Aber ….“ für ein Verkehrsprojekt der Vergangenheit scheinbar billigend in Kauf nehmen“ ist echt voll falsches Deutsch, denn eigentlich wollt Ihr eher sagen „für ein Verkehrsprojekt der Vergangenheit anscheinend billigend in Kauf nehmen“, oder? Und das meint natürlich genau das Gegenteil!

  16. Anonymous says:

    Viele Menschen sind in ihrem Denken unflexibel, borniert und leider auch grössenwahnsinnig. Dabei ist Umdenken ist dringend angesagt! Wir haben nur eine Erde und sind Teil von ihr. Wir können und die fortschreitende Vernichtung von Wäldern gar nicht mehr leisten ! Volle Unterstützung für Walden statt Asphalt!

  17. Charlotte steiner says:

    Es dürfen keine weiteren Wälder für Straßen geopfert werden!
    In Deutschland stirbt der Wald, während die Wissenschaft ratlos daneben steht, weil die ökologische Krise schneller gekommen ist, als alle vorhergesehen haben…und dennoch sollen weiter Bäume gefällt und Flächen versiegelt werden!Diese Ignoranz macht mich fassungslos und tief traurig.

  18. Martina Heidland-Hoppe says:

    Intakte Wälder sind für unsere Zukunft lebensnotwendig. Es ist mir unbegreiflich, dass das so viele Politiker einfach nicht in ihren beratungsresistenten Dickschädel bekommen.

  19. Kira Braun says:

    Ich solidarisiere mich ebenfalls mit den Aktivist*innen, Umweltschützer*innen und allen anderen die sich bei den Protesten gegen den Weiterbau der A49 beteiligen.
    Dass für so etwas noch gekämpft werden muss, ist traurig und beschämend. Wieso wird der radikale Weg einer weiteren Autobahn scheinbar als „einzige Lösung“ dargestellt? Es gibt so viele Alternativen um beispielsweise Anwohner*innen der Dörfer und Städte an der B3 Lärmtechnisch zu entlasten.
    Wir brauchen einen strukturellen System Wandel, welcher nicht vorsieht, immer weiteren Profit und möglichst viel Kapital aus allem zu ziehen.
    Danke an alles Besetzer*innen und derzeitig Vorort Beschützenden Personen des Dannenröder Waldes!

  20. Stefan says:

    1972 wurde im Buch „Die Grenzen des Wachstums“ vom Club of Rome unmissverständlich dargelegt, dass ein auf stetiges Wachstum angelegtes Wirtschaftssystem kurz- bis mittelfristig scheitert, weil die natürlichen
    Lebensgrundlagen damit zerstört werden.

    Nur allein der bundesdeutsche PKW-Bestand hat sich jedoch seit 1970 bis heute fast verdreieinhalbfacht (von ca. 13941 auf ca. 47715, also Faktor 3,42)
    Es wurden allein in Deutschland etwa 19 Atomkraftwerke und in Frankreich über 50 Atomkraftwerke zur Energiegewinnung gebaut, obwohl die Entsorgung der tausende von Jahren hochgiftigen Abfälle ungelöst ist!
    Seit mindestens 50 Jahren werden voll funktionstüchtige Geräte, wie z.B. PKW, Fahrräder, Radios, Möbel und sehr vieles mehr entsorgt und zerstört, weil sie nicht mehr modern aussehen!
    Die Liste der Handlungen die offenbar keinerlei Rücksicht auf Menschen und Tiere nehmen, die in späteren Zeitaltern hier auf der Erde leben müssen/wollen/sollen,
    ist sehr lang!

    Trotz vieler kritischer Stimmen aus der Wissenschaft gelang es den Mächtigen mithilfe der Politiker/innen die meisten Menschen (z.B. durch allgegenwärtige Produktwerbung)
    in diesem System zu angepassten funktionierenden Mittäterinnen und Mittätern zu machen, die sich somit letztlich gegen ihre eigenen Kinder und Kindeskinder
    versündigten.
    Anfang der 1980er Jahre warben „Die Grünen“ auf einem Wahlplakat „Wir haben die Erde von unseren Kinder nur geborgt!“
    Leider zeigte sich, dass selbst etliche Menschen mit dem guten Willen zu schwach waren sich konsequent gegen das umweltzerstörerische System zu stellen.
    Und wie oben erwähnt waren über 90% der Wähler/innen der etablierten bürgerlichen Parteien offensichtlich gänzlich unbeeindruckt von Umweltproblemen und kauften und lebten als gäbe es noch mindestens eine Ersatz-Erde.
    Der jetzige Zustand unserer Erde wurde bewusst und leichtsinnig herbeigeführt!
    Was Wissenschaftler/innen seit Jahrzehnten vorausgesagt haben, ist jetzt für jeden Menschen deutlich erkennbar eingetreten.
    Ein Verharmlosen, Beschwichtigen und Herunterspielen der ökologischen Probleme ist ohne Verleugnung nicht (mehr) möglich!

    Ich drücke hiermit meine vollumfängliche Solidarität mit dem Widerstand gegen die A49 aus.
    Ich halte es für ein Verbrechen wegen dieser unnötigen Autobahn einen intakten Wald zu zerstören!
    Nirgendwo auf der Welt darf ein Wald zerstört werden. Menschen dürfen Wälder für sich nutzen aber nicht zerstören!

  21. Thomas Schneider says:

    Gibt es nicht schon zu viele Straßen in Deutschland?
    Sollte man Asphalt nicht aufreißen, damit Leben entstehen jann?
    Wo bleiben die Korridore für Widtierwechsel?

  22. Ich unterstütze den Protest. Es ist reiner Wahnsinn, dass 2020 in Deutschland noch Wälder für Autobahnen weichen müssen.

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